Johann Heinrich Lambert (1728 – 1777) und die Mathematisierung der Aufklärung

Internationale und Interdisziplinäre Fachtagung vom 15. bis 17. Juni 2017 an der Friedrich Schiller-Universität Jena.

Johann Heinrich Lambert (1728 – 1777) galt schon den Zeitgenossen als Universalgenie von europäischem Rang. Er forschte und publizierte als Mathematiker und Philosoph, als Astronom und Physiker. Seinem Aufklärungsverständnis gemäß wirkte er nicht nur mit einer Vielzahl von Publikationen in die Wissenschaften, sondern als Popularphilosoph darüber hinaus auch in die sich entwickelnde Gesellschaft und den Staat der Aufklärung hinein.

Dabei umfassen Lamberts Arbeiten nahezu alle Felder der theoretischen und praktischen Philosophie sowie der Mathematik und Physik samt einer Fülle von Publikationen zu daran anschließenden Fragen ihrer pragmatischen, d. h. lebensweltlichen, Bedeutung, deren Rolle als Klugheitslehren er stets mit zu bedenken suchte.

Die Wissenschaft beginnt Lambert und seine Texte erst allmählich zur Kenntnis zu nehmen. Die Bedeutung Lamberts für die Forschungen zu anderen maßgeblichen Philosophen, Literaten und Wissenschaftlern seiner Zeit wie Lessing, Herder, Kant, Lichtenberg, Jean Paul und auch Goethe, mit denen er zum Teil in engem Kontakt stand, kann aufgrund des dürftigen Forschungstandes zu Lamberts Werk bislang kaum angemessen gewürdigt werden.

Die Arbeitsstelle Wieland-Edition Jena und das Wieland-Forschungszentrum Oßmannstedt veranstalteten, unterstützt von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, eine interdisziplinäre Fachtagung, bei der sich Vertreter der Philosophie, der Literatur-, Kultur- und Geschichtswissenschaft aus Österreich, Portugal, Italien, Rumänien und Deutschland erstmals Lamberts Werk zuwandten und es aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchteten.

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