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Oßmannstedter Studien

Die Studien sollen wissenschaftliche Arbeiten zur Popularphilosophie, Anthropologie und aufklärerischen Kulturkritik ebenso integrieren wie Arbeiten zur klassischen Philologie, zum europäischen Literaturtransfer oder zu den Wechselwirkungen von Bildkunst, Musik und Literatur. Die Rückbindung an Wieland und die Schriftsteller der Region um Weimar/Jena verleiht der Reihe, bei aller Offenheit, ein klares regionales und geistesgeschichtliches Profil.

 

Band 5

Frank Gerhard Mittag: Politik mit Paratexten. Wielands romanpoetologische Strategemata

Die Motivation der Arbeit geht auf die äußerst variable ‚Fußnotenpolitik‘ Christoph Martin Wielands zurück, wie sie sich einer kritischen Lektüre seiner Biberacher Romane ‚Don Sylvio von Rosalva‘ und ‚Agathon‘ offenbart. Das komplexe Neben- und Ineinander von satirischen, ironischen und legitimatorischen Tendenzen dient ihm als Hintergrund für die durchgehende poetologisch-fiktionale Funktionalisierung der sorgfältig koordinierten Paratexte. Ihre von Auflage zu Auflage situationsbedingt abgestimmte Reaktion auf Änderungen der Romanästhetik und der Rezeption beweist ihre polyfunktionale Aufgabe, wie sie insbesondere durch die Analyse der Fußnoten und ihre enge Koordination mit den intratextuellen Anmerkungen deutlich wird.

Wieland nutzt das manipulative Potential der Paratexte zwar auch, um seine Leser, wie üblich, zu erfreuen und zu belehren. Unübersehbar ist aber seine ‚politische‘ Intention, die fiktionale Vollmacht des Poeten vom Zwang der geltenden poetologischen Normen zu befreien.

 

Band 4

Julia Steiner: Formspiele des Rokoko. Vers-Prosa-Wechsel in der deutschen Literatur um 1770

Über Jahrhunderte hinweg lässt sich eine anhaltende Faszination der Dichter für den Gegensatz von gebundener und ungebundener Rede beobachten. Dabei stehen sich die beiden Ausdrucksweisen keineswegs unversöhnlich gegenüber. Der wohl traditionsreichste und spannungsvollste Versuch, beide miteinander zu verbinden, findet sich im absichtsvollen Vers-Prosa-Wechsel, den die Literaturwissenschaft unter dem Begriff ‚Prosimetrum‘ kennt. Was von der Menippeischen Satire seinen Ausgang nahm, fand in den Texten des deutschen Rokoko seinen letzten Höhepunkt.

In fein differenzierenden Analysen erhellt die vorliegende Studie nicht nur die Bedeutung, die dem Vers-Prosa-Wechsel sowohl in der einzelnen Erzählung als auch in unterschiedlichen Gattungen zukommt. Vielmehr gibt die in den prosimetrischen Texten sichtbar werdende Ästhetisierung des Alltäglichen und Vergegenwärtigung durch Detaillierung das Rokoko deutlich als Zeitstil zu erkennen.

 

Band 3

Hendrikje Schauer: Beobachtung und Urteil. Literarische Aufklärung bei Lessing und Wieland

Lessing und Wieland, engagierte Verfechter einer skeptischen Aufklärung, führen ästhetische Erfahrung und moralisches Urteil zusammen und stellen sie auf die Probe. Diskutiert Lessing in seinen dramaturgischen Schriften Spielräume und Grenzen von Beobachtung und Urteil, so entwickelt Wieland in seinen Romanen erzählerische Strategien zur Einübung, Schärfung und Reflexion moralischer Urteilskraft.

In detailgenauen Interpretationen und in Auseinandersetzung mit neuesten Forschungsergebnissen profiliert die Studie Lessings und Wielands ästhetische und moralphilosophische Ansätze. Sie zeichnet die Auseinandersetzung mit aristotelischen und ciceronischen Vorstellungen von Phronesis und Prudentia, ebenso mit der angelsächsischen Aufklärungsphilosophie nach. Sie zeigt pointiert, welche aufklärerischen Ideen einzuholen sind, wenn Konzepte von Tugend und Urteilskraft in aktuellen philosophischen und literaturwissenschaftlichen Debatten reaktiviert werden.

 

Band 2

Kupferstich und Letternkunst. Buchgestaltung im 18. Jahrhundert.

Hg. von Peter-Henning Haischer, Charlotte Kurbjuhn, Steffen Martus und Hans-Peter Nowitzki

Die ästhetischen Erneuerungen des 18. Jahrhunderts begleiten grundlegende Reflexionen über die Neugestaltung des Buches. Sie schlagen sich in der medialen Vielfalt von Einzeldrucken und Werkausgaben, von Anthologien und Zeitschriften nieder und gelten für belletristische und wissenschaftliche Literatur gleichermaßen. Betroffen sind davon Satzspiegel, Buchschmuck, Papierqualität, Typographie u. a. Wie sind solche Phänomene zu bewerten? Welchen Stellenwert gewinnen diese Verfahren kollektiver Kreativität, an denen neben dem Autor Verleger, Zeichner, Kupferstecher und Drucker beteiligt sind? Auf welche Herausforderungen reagiert die Buchgestaltung dieses neuen Typs?

Die Beiträge konzentrieren sich auf literarische Werke und analysieren Besonderheiten von Standard- bis zu Luxusausgaben bei Brockes, Haller, Ramler, Gessner, Klopstock, Wieland, Goethe. Außerdem untersuchen sie die Gestaltung neuer Erfolgsformate, etwa Almanache. Dabei kommen Grundfragen der Literatur- und Mediengeschichte zur Sprache.

Im Hinblick auf technische Realisation und marktstrategische Erfordernisse des neuen Buches werden literaturwissenschaftliche Aufsätze entwickelt, die zu einer methodischen und terminologischen Systematisierung in der Beschäftigung mit der Buchgestaltung beitragen.

 

Band 1

Katharina Roettig: Wielands Sokratische Übersetzungen

Christoph Martin Wielands Übersetzungen antiker Werke ‒ insbesondere seine ‚Briefe‘ und ‚Satiren‘ des Horaz sowie die Briefe Ciceros ‒ gelten als Klassiker deutscher Übersetzungsliteratur. Untersuchungen zu Wielands Übersetzungen sind indes ein Desiderat. Die vorliegende Studie stellt den Übersetzer Wieland in den Mittelpunkt. Seine Äußerungen zum Übersetzen werden erstmals systematisch untersucht und von detaillierten Analysen bisher weniger beachteter Übersetzungen wie der ‚Wolken‘ (1798) des Aristophanes, der ‚Memorabilien‘ (1799/1800) sowie des ‚Symposiums‘ (1802) von Xenophon begleitet. 

Wielands Übersetzungsverständnis, seine Übersetzungspraxis, sein Übersetzungsstil sowie seine Position in der zeitgenössischen Übersetzerdebatte werden neu beleuchtet und bewertet. An der Figur des Sokrates, die Wieland in den Jahren seiner »sokratischen Übersetzungen« zunehmend historisch zu verstehen suchte, bleiben seine philologischen Bemühungen als Dichter, Schriftsteller und Übersetzer orientiert.

 

 

 

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