Oßmannstedter Studien 2

Die ästhetischen Erneuerungen des 18. Jahrhunderts begleiten grundlegende Reflexionen über die Neugestaltung des Buches. Sie schlagen sich in der medialen Vielfalt von Einzeldrucken und Werkausgaben, von Anthologien und Zeitschriften nieder und gelten für belletristische und wissenschaftliche Literatur gleichermaßen. Betroffen sind davon Satzspiegel, Buchschmuck, Papierqualität, Typographie u. a. Wie sind solche Phänomene zu bewerten? Welchen Stellenwert gewinnen diese Verfahren kollektiver Kreativität, an denen neben dem Autor Verleger, Zeichner, Kupferstecher und Drucker beteiligt sind? Auf welche Herausforderungen reagiert die Buchgestaltung dieses neuen Typs?

Die Beiträge konzentrieren sich auf literarische Werke und analysieren Besonderheiten von Standard- bis zu Luxusausgaben bei Brockes, Haller, Ramler, Gessner, Klopstock, Wieland, Goethe. Außerdem untersuchen sie die Gestaltung neuer Erfolgsformate, etwa Almanache. Dabei kommen Grundfragen der Literatur- und Mediengeschichte zur Sprache.

Im Hinblick auf technische Realisation und marktstrategische Erfordernisse des neuen Buches werden literaturwissenschaftliche Aufsätze entwickelt, die zu einer methodischen und terminologischen Systematisierung in der Beschäftigung mit der Buchgestaltung beitragen.

Inhalt

Vorwort. p. VII

Zur Geschichtlichkeit der Buchgestaltung. Im Dialog mit dem Typographen Friedrich Forssman. S. 1 – 12.

Peter-Henning Haischer und Charlotte Kurbjuhn: Faktoren und Entwicklung der Buchgestaltung im 18. Jahrhundert  S. 13 – 94.

Hans-Peter Nowitzki: Die materialen, technischen und technologischen Grundlagen der Buchgestaltung im 18. Jahrhundert S. 95 – 154.

Tafelteil S. 155 – 164.

Felix Mundt: Klassiker in Kupfer ,Pine’s Horace‘ und der Vergil von Henry Justice S. 165 – 208.

Steffen Martus: „Daß … ein jeder Mensch dadurch seine Sinnen besser gebrauchen … lernen möge“. Brockes’ Irdisches Vergnügen in Gott im Medienverbund S. 209 – 254.

Ernst Osterkamp: Unvollkommene Gedanken über die Illustrationen zu Albrecht von Hallers Versuch Schweizerischer Gedichte S. 255 – 291.

Peter-Henning Haischer: Zur Text-Bild-Beziehung in Salomon Geßners illustrierten Ausgaben der Idyllen 1756 – 1776. S. 291 – 358.

Annika Hildebrandt: Unter Kriegsdichtern. S. 359 – 392.

Klaus Manger: Was wird wie in Wielands Musarion und den Grazien eigentlich illustriert? S. 393 – 446.

Alexander Košenina: Daniel Chodowiecki als Dramenillustrator. S. 447 – 470.

Charlotte Kurbjuhn: Preußische Leistungsschau. Bernhard Rode illustriert Karl Wilhelm Ramlers Poetische Werke. S. 471 – 537.

Bernhard Fischer: Johann Friedrich Cottas DamenCalender (‚Taschenbuch für Damen‘). S. 537 – 569.

Alexander Rosenbaum: „Die Gewohnheit fodert dergleichen Verzierungen“. Zur bildlichen Ausstattung von Schillers Musenalmanachen (1796 – 1800). S. 569 – 602.

Dominik von Roth: Zur musikalischen Liedeinlage Goethes. Wilhelm Meisters Lehrjahre – ein Sonderfall? S. 603 – 620.

Glossar. S. 621 – 656.

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